Literarisches Plakat für ARTLIT

Drachen & Prinzessinnen
Wahre Liebhaber des Wortes findet man bei ARTLIT, Edition für Schriftkunst. Der hamburger Verlag hat es sich zur Aufgabe gemacht besonders schöne literarische Worte auf ungewöhnlichen Plakaten und Postkarten zu inszenieren und zugänglich zu machen. Für die erste Edition habe ich ein illustriertes Plakat gestaltet, zu dem Zitat von Rainer Maria Rilke:

Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen,
die nur darauf warten uns einmal schön und mutig zu sehen.

Über der Illustration ist eine Schablone aus schwarzem, matten Karton befestigt, aus der die Buchstaben des Zitates mit einem Laser herausgeschnitten wurden. Die Schablone ist nur am oberen und am unteren Rand befestigt, so dass der Betrachter sie leicht anheben kann um an den Seiten das ganze Bild zu erspähen.

Bis zum 30. September sind die Plakate im Foyer der Galerie der Gegenwart zu sehen.
Hier gibt es eine Bildergalerie der Eröffnungsausstellung.
Hier können Schriftkunst-, Drachen-, und Prinzessinnenfreunde das Plakat bestellen.

Work in Progress

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Mein erster Entwurf: Eine Prinzessin steuert eine riesige Drachenmaschine, die dem Helden Furcht einflößt oder ihn zu mutigen Taten antreibt.
Auch wenn ich finde, dass nicht alle Drachen in ihrer Erscheinung einem bestimmten Schema folgen müssen, erinnerte dieser doch zu stark an einen Raubvogel. Ausserdem liess dieses Motiv dem Betrachter zu wenig Interpretationsspielraum, da es inhaltlich sehr nah am Zitat lag.
Der zweite Entwurf: Zur Fragestellung ob die Drachen unseres Lebens mehr Drache, oder mehr Prinzessin sind: Eine Drachenprinzessin. An diesem Entwurf fehlte noch die Einbeziehung des Zitates, das Zusammenspiel mit dem Bild. Schließlich kamen wir auf die Idee, ein ganzes Tal mit Drachen zu bevölkern und das Zitat dann mit großen Buchstaben darüber zu legen, so dass die Drachen in Teilen in den Buchstaben zu sehen sind. Dies war die erste Bleistiftzeichnung.

Für das Zitat auf der Schablone wählte ich die Bernhard Antique. Der Schriftgestalter Lucian Bernhard war ein Zeitgenosse Rilkes und entwickelte die Schrift 1912.

ARTLIT-EröffnungsausstellungFoto: Maxim Sergienko

Produziert wurde das Poster zum Teil in liebevoller Handarbeit von der Agentur König Konzept. Das Poster ist ein 4 farbiger Druck mit UV-Lackbeschichtung und die Textschablone wurde aus 270 g/qm schwerem Karton „Ebony Black“ der Serie Colour Matters gelasert.